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Knapp 2.000 Euro für mich: So beschenken sich Menschen in Deutschland selbst

Ob zum eigenen Geburtstag, nach einem persönlichen Erfolg oder als Erinnerung an einen besonderen Moment: Viele Menschen kaufen ganz bewusst etwas nur für sich – und geben dafür laut der FOM Sommerumfrage 2026 durchschnittlich 1.993 Euro im Jahr aus. Besonders beliebt sind Kleidung, Reisen und gutes Essen.

Viele Menschen beschenken nicht nur ihre Liebsten, sondern auch sich selbst. Doch wie viel geben sie dafür aus – und was macht einen Kauf überhaupt zum Selbstgeschenk? Die Sommerstudie 2026 der FOM Hochschule liefert dazu ein differenziertes Bild auf Basis von mehr als 1.600 Befragungen.

Generation Y gibt am meisten aus
Wer sich in den vergangenen zwölf Monaten selbst beschenkt hat, gab dafür im Durchschnitt 1.993 Euro aus. Am höchsten sind die durchschnittlichen Ausgaben in der Generation Y: Die 29- bis 44-Jährigen kommen auf 2.400 Euro. Es folgen die Generation X (45 bis 60 Jahre) mit 1.998 Euro, die Babyboomer (61 bis 79 Jahre) mit 1.862 Euro und die Generation Z (18 bis 28 Jahre) mit 1.734 Euro. Männer gaben im Durchschnitt 2.282 Euro aus, Frauen 1.735 Euro.

Kleidung, Reisen und gutes Essen besonders beliebt
Am häufigsten greifen die Befragten zu Kleidung, Schuhen oder Accessoires (47 Prozent). Reisen und Freizeitaktivitäten wie Konzerte folgen mit 40 Prozent, Essen, Getränke und Feinkost mit 37 Prozent. Ebenfalls beliebt sind Kosmetika und Parfums (31 Prozent) sowie elektronische Geräte (25 Prozent).

Was häufig gekauft wird, ist allerdings nicht automatisch das teuerste Selbstgeschenk. Die höchsten durchschnittlichen Ausgaben entfallen auf Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Zubehör mit 2.393 Euro. Bei Reisen und Freizeitaktivitäten sind es 1.508 Euro, bei elektronischen Geräten 739 Euro. Für Schmuck und Uhren werden durchschnittlich 670 Euro ausgegeben und für Sportartikel 549 Euro.

Erinnerungen zählen mehr als klassische Belohnung
Hinter einem Selbstgeschenk steckt oft mehr als reine Kauflust. Besonders häufig geht es darum, Erinnerungen an wichtige Ereignisse festzuhalten. Bei 43 Prozent der Befragten ist dieses Motiv stark ausgeprägt. Fast ebenso häufig steht die Freude am Einkaufen und Genießen im Vordergrund. „Ein Selbstgeschenk ist für viele mehr als ein spontaner Kauf. Es erinnert an einen besonderen Moment oder bringt ganz bewusst Freude in den Alltag“, erklärt Prof. Dr. Oliver Gansser, wissenschaftlicher Leiter der Studie. „Entscheidend ist deshalb nicht nur, was gekauft wird, sondern welche persönliche Bedeutung der Kauf hat.“ Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus: 84 Prozent sind mit ihren Käufen in hohem Maße zufrieden.

Social Media prägt vor allem die Jüngeren
Je jünger die Befragten, desto wichtiger ist Social Media für die Kaufvorbereitung. Während 41 Prozent der Generation Z sich in sozialen Netzwerken orientieren, sind es bei den Babyboomern nur neun Prozent. Und wer Social Media intensiv nutzt, gibt mit 2.157 Euro etwas mehr aus als der Durchschnitt, bereut Käufe aber auch häufiger. „Anzeigen von Brands oder Werbung durch Influencer können Wünsche wecken und Kaufimpulse verstärken. Unsere Ergebnisse zeigen aber nur Zusammenhänge, keine Ursachen“, so Prof. Gansser.

Finanzielle Unsicherheit trübt die Freude
Ob die Freude über einen Kauf anhält, hängt jedoch nicht nur von äußeren Kaufimpulsen ab. Auch die eigene finanzielle Situation spielt eine Rolle. Wer sich um die eigenen Finanzen sorgt, gibt mit 1.186 Euro weniger aus als der Durchschnitt und hinterfragt den Kauf später auch deutlich häufiger. Demnach sinkt die Zufriedenheit mit dem Selbstgeschenk auf 64 Prozent, während sogar 31 Prozent den Kauf bereuen. „Die erste Freude kann dann schnell von der Frage abgelöst werden, ob die Ausgabe wirklich richtig war“, ordnet Prof. Gansser ein.

Zur Studie
Die Sommerumfrage 2026 wurde unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte im Juni 2026 mithilfe eines standardisierten Online-Fragebogens. Für die Analyse wurden außergewöhnlich hohe Angaben ausgeschlossen, damit einzelne Extremwerte den Durchschnitt nicht unverhältnismäßig beeinflussen. Insgesamt haben 1.636 Personen an der Befragung teilgenommen.

Als Selbstgeschenke galten bewusst für die eigene Person gekaufte Dinge, Erlebnisse oder Dienstleistungen mit einer besonderen persönlichen Bedeutung. Notwendige Alltagskäufe waren ausdrücklich nicht gemeint. Fragen zu Ausgaben, Motiven und Zufriedenheit wurden nur Personen gestellt, die sich in den vergangenen zwölf Monaten selbst ein Geschenk gemacht hatten. Die Stichprobe wurde nach Alter und Geschlecht quotiert.

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